Kaminofen säubern: Tipps zur Pflege und Reinigung

Nun, da der Winter wieder in voller Kraft Einzug hält und die Heizperiode endgültig begonnen hat, genießen viele Haushalte gerne die Wärme und angenehme Atmosphäre eines abendlichen Kaminfeuers. Doch häufige Nutzung führt schnell zu Verschmutzungen, die dieses Erlebnis auf Dauer beeinträchtigen können und sogar die Gefahren von Leistungsverlust und Rußbrand in sich bergen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihren Kaminofen effektiv reinigen.

 

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Idealerweise sollte jeden Sommer, spätestens jedoch zum Beginn der Heizsaison, eine Grundreinigung von Altlasten erfolgen. Da der Ofen in dieser Phase noch kalt ist, lässt sich der Schmutz der letzten Nutzungen leicht entfernen. Eine kurzfristige Säuberung mitten in der Nutzungsphase sollte frühstens 24 Stunden nach der letzten Befeuerung geschehen, damit die Asche jegliche Restwärme verliert. Auch die Stahlrohre lassen sich im Kaltzustand einfacher vom Schmutz befreien. Vier Bereiche gilt es zu säubern: die Verkleidung, die Sichtscheibe, die Brennkammer und die Abgasrohre.

Wie entstehen die Verschmutzungen im Kaminofen?

Je nach Verschmutzungsgrad kann es sein, dass Sie Ihren Kaminofen mehrmals im Jahr säubern müssen. Doch wo liegen die Gründe? Starke Rußbildung beispielsweise weist auf Probleme bei der Verbrennung hin. Grund kann unter anderem zu feuchtes Holz sein. In der Regel sollte dessen Restfeuchtigkeit immer zwischen 15 und 20 Prozent betragen. Auch Ihr Sekundärluftregler muss optimal eingestellt sein. Im Zweifelsfall sollte ein Fachmann zu Rate gezogen werden.

Was brauchen Sie?

Alles, was Sie für ein gründliche Reinigung benötigen, sind ein paar einfache Haushaltsmittel und ein Aschesauger. Nutzen Sie auf keinen Fall einen einfachen Staubsauger, da Schlauch, Filter und Behälter von der Asche schnell Schaden nehmen können. Aschesauger hingegen verwenden spezielle Metallbehälter und Papier- oder Lamellenfilter, welche auf derartige Nutzung ausgelegt sind. Weiterhin verfügen Sie über dünnere Rohre als herkömmliche Sauger, sodass Sie in jede Ecke kommen und sämtliche Restbestände entfernen können.

Die Oberflächenreinigung

Zunächst sollten Sie ein weiches Tuch mit warmen Wasser befeuchten und mit kreisenden Bewegungen eine Grundreinigung der Oberflächen durchführen. Das Material eines Kaminofens ist nämlich in der Regel empfindlich gegenüber normalen Putz- und Scheuermitteln. Bürsten und Schwämme sind zumeist ebenfalls ungeeignet, da sie dazu neigen, die Oberflächen zu verkratzen. Naturstein, Keramik und Glas vertragen natürlich Seifenwasser, doch auch für diese gibt es spezielle Reiniger. Sand- und Specksteinverkleidungen können mit einem trockenen sauberen Spülschwamm kräftig geputzt und danach mit einem feuchten Tuch abgewischt werden. Kratzer auf diesen Materialen können vorsichtig mit Nassschleifpapier entfernt werden; Risse und Löcher lassen sich mit einer in Fachhandel und Baumarkt erhältlichen Füllpaste ausbessern.

Die Kaminscheibe reinigen

Moderne Kamine verfügen oft über eine Scheibenhinterbelüftung oder eine Selbstreinigungsfunktion, doch auch hierdurch wird Ablagerungen nicht komplett vorgebeugt. Die Sichtscheibe kann im erkalteten Zustand mit Glasreinigern für Kaminöfen oder Glaskeramik geputzt werden. In Fällen härterer Schmutzablagerungen raten wir zur vorsichtigen Arbeit mit einem Ceranfeldschaber. Achten Sie darauf, dass weder Reinigungsmittel noch Wasser auf den Korpus (die Stahlummantelung des Feuerraums) oder die Dichtungen der Tür gelangen. Kommt es doch zur Befeuchtung dieser empfindlichen Teile, so warten Sie zur Schadensvermeidung auf jeden Fall deren komplette Trocknung ab, bevor Sie den Kaminofen wieder schließen. Generell jedoch sollten Dichtungen und Korpuselemente regelmäßig überprüft und im Notfall ersetzt werden.

Die Innenreinigung

Entleeren Sie zuerst den Aschekasten und saugen Sie den Kamin einmal mit ihrem Aschesauger komplett aus. Halten Sie den Sauger stets nah an die Oberfläche, um Verwirbelungen zu vermeiden, da Aschepartikel schnell ins Auge gelangen können. Zur Sicherheit können Sie natürlich auch eine Schutzbrille tragen. Weiter geht es mit den Rohren: Öffnen Sie die Seitenklappe und entfernen Sie mit einer Bürste den groben Ruß, um anschließend mit dem Aschesauger die Reste aufzunehmen. Einmal im Jahr empfiehlt sich auch ein kompletter Abbau der Ofenrohre zur gründlichen Reinigung. Entrußungspuder kann hier wahre Wunder bewirken. Diese Arbeit mag mühsam erscheinen, doch sie ist sehr wichtig, um den Zug des Ofens aufrecht zu erhalten. Beachten Sie, dass Ihr Bezirksschornsteinfeger nur für Ihren Schornstein zuständig ist. Die Wartung des Rauchrohres fällt hingegen unter Ihre Pflicht als Kaminbetreiber.

Haben Sie all diese Schritte befolgt, steht dem gemütlichen Abend vor prasselndem Kaminfeuer nichts mehr im Wege.

Viel Spaß wünscht Ihnen Ihr anndora-Team!